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Themenspaziergang Kulturband

Im Rahmen des gesamtstädtischen integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (INSEK) führte OB Rumberg, Herr Pfitzenreiter, Frau Schattanek/ Stadtplanungsamt und Herr Menzel/ Stadtentwicklungsgesellschaft die ca. 25 interessierten Bürgerinnen und Bürger am 25.September durch Freital. Getreu dem Motto "Kulturband" wurden 12 Stationen mit einem kulturellen, sportlichen oder bildungsrelevanten Hintergrund gewählt.

Ausgangspunkt war Platz des Friedens, welcher auch zukünftig ein wichtiger Medienstandort sein wird. Bezugnehmend auf den Tag der Sachsen befindet sich die Stadt in der Planung eines geeigneten Konzepts. Beispielsweise gibt es Überlegungen auf dem Platz des Friedens eine dauerhafte Freilichtbühne zu installieren. Das Festgelände wird sich vom Bahnhof #Potschappel bis zum Bahnhof #Deuben erstrecken, vorbei an diesem Platz bis hoch nach #Burgk. Der Platz des Friedens markiert dabei 1 von 4 Schwerpunkten; neben dem Neumarkt, dem Platz der Jugend und dem Bodelschwingh.



Der Weg startete somit offiziell im kaum erschlossenen Osterbusch. Ein Geheimtipp der Ortskundigen, da viele Wege aktuell nicht erschlossen sind. Am Fuße des Osterbuschs fließt die Weißeritz, welche 2002 die am Ufer gebauten unsanierten Häuser so stark beschädigte, dass man dies als Chance nutzte, um das Viertel Augusta Wilhelmine zu widmen. Ihrer Familie gehörte eine Chemiefabrik und sie selbst war ihrer Zeit weit voraus, nicht nur durch ihr außergewöhnliches Hobby des Ballonfahrens, so dass Freital gerne die Erinnerung an sie bewahrt und pflegt.



Auf dem Parkdeck von Oscarhausen ergriff Frau Tamme/ Marketing das Wort, um das dynamische Konzept von Herrn Wehlan/ Eigentümer vorzustellen. Ziel ist es verschiedene Zielgruppen durch verschiedenste - wechselnde - Angebote anzusprechen. Bereits jetzt würden die Gäste 3 Stunden in Oscarhausen verweilen. Unser Stadtrat Uwe #Jonas brachte in Erfahrung, dass ein Kletterpark der mal im Gesprach war, im Osterbusch allerdings derzeit nicht geplant ist.

Auf dem Weg zum Schloß #Burgk wurde auf das Areal der ehemaligen Schloss Gärtnerei verwiesen. An Plänen, diese wieder zu errichten, wird ebenfalls gearbeitet.
Vor dem Schweizerhaus - als Wohnhaus des Gärtners errichtet - warteten Baubürgermeister Schautz und Herr Günther/ Leiter der städtischen Sammlungen. Ursprünglich bewirtschafteten 4 Gärtner die vielfältige Schlossanlage mit Eiskeller, Kräutergarten und einer heute leider nicht mehr nachvollziehbaren Grünanlage. Mittlerweile sind 2 Gärtner mit der Pflege und Wartung betraut. Soviel Zuwendung erhielt das Schloss lange Zeit nicht. Bis in die 80er hielt die LPG in den Hallen Nutzvieh und Aussiedler errichteten ihre eigenen Stallungen. Auch ein künstlich aufgeschütteter Müllberg wird wohl auch zukünftig noch die eine oder andere Überraschung freigeben. Die Häuser waren allesamt in einem maroden Zustand und erst seit 3 bis 4 Jahren zeigte sich Herr Günther der Bausubstanz und Auslastung der Gebäude zufrieden. Dennoch stehen wichtige Baumaßnahmen und Ideen auf dem Plan. Nicht nur die baulichen Notwendigkeiten um den Brandschutz zu erfüllen, auch die Schaffung von barrierefreien Zugängen, die Rekonstruktion des vorderen Torhauses oder die Verlängerung des Ostflügels sind Projekte die noch angepackt werden müssen. In der aktuellen Tourismusstudie soll das komplexe Potential von Schloss #Burgk erfasst werden, auch mit der Überprüfung ob langfristig die Eröffnung eines Schlosshotels möglich wäre.
Wohlwissend, dass der ein oder andere Zuhörer der Menge an Plänen irritiert sein könnte, fasste es OB Rumberg knapp und prägnant mit dem Leitspruch „ohne Visionen keine Entwicklung“ zusammen. Derzeit besuchen jährlich 20-25.000 Besucher die Museen und das Osterspektakel. Schloss #Burgk hat Potential und wird mit jeder Neuerung attraktiver. Abschreckend hingegen wirkt noch die Scheune, welche derzeit als Lager dient, aber zeitnah einer Sanierung bedarf. Entsprechendes Konzept soll dem Stadtrat vorgestellt werden.



Der 28m hohe Förderturm in #Burgk, sowie der Turm in #Zauckerode waren bis 1989 in Gittersee in Betrieb und 2003 Geschenke der Stadt Dresden. Ursprünglich war dieses gesamte Areal Grünfläche mit einigen wenigen Gebäuden. Mittlerweile wurden ca. 200 Wohnungen – aufgeteilt in Wohngebieten und Mischgebieten – gebaut. 300 Wohnungen sind baurechtlich genehmigt. Die großen Grünbereiche sind festgesetzt und sollen auch erhalten bleiben. Die weitere Erschließung des letzten Mischgebiets stieß im Vorfeld auf Kritik, so dass die Pläne überprüft und angepasst wurden. Busstellen und Stellplätze wurden reduziert, Grünflächenbereiche verstärkt, Lärm- Sichtschutz überarbeitet und können nun dem Stadtrat präsentiert werden. So war diese Problematik während des Spaziergangs immer wieder Thema. OB Rumberg und Baubürgermeister Schautz haben den Klärungsbedarf erkannt und weitere gesonderte Gespräche angeboten.



Ein Gebiet, welches erst erschlossen wurde, befindet sich hinter dem Berufsschulzentrum. Dieser Grünraum, mitten in der Stadt und nur 100m von der Weißeritz entfernt, ist als Musterbeispiel zu verstehen, wie INSEK Gebiete erfasst und umsetzungsorientierte zukunftsweisende Strategien entwickelt. Der Planungshorizont des gesamten Projekts soll mindestens bis 2030 gehen. Dabei werden in jedem Stadtraum Alleinstellungsmerkmale erfasst, Ziele und Maßnahmen mit dem Stadtrat besprochen sowie Prioritäten gesetzt.



Von diesem noch recht unbekannten Terrain aus, ging es durch eine junge Streuobstwiese zum Stadion des Friedens, wo das Vorhaben der Verschmelzung der Vereine Hainsberger SV, FV Blau-Weiß Stahl und SG Motor Freital zum größten Sportverein mit ca. 1500 Mitgliedern des Landkreises vorgestellt wurde. Das Stadion soll dabei mit seinen vielfältigen Betätigungsbereichen diese neuen Energien und Interessen bündeln. Dazu bedarf es aber auch weitere Sanierungen, wie die der Umkleiden, Toiletten und Duschen. Die Bogensportanlage am alten Hartplatz nahe dem Stadion des Friedens wird ebenfalls ausgebaut. Sanierung von Außenanlagen werden vom Freistaat mittlerweile mit 50% gefördert, 20% mehr als im Vorjahr.



Der Storchenbrunnen befand sich einst an der Dresdner Straße. Das Hochwasser 2002 beschädigte dieses Areal sehr stark. In einem energetischen Konzept Döhlen wurden Fördermittel zum Rückbau der hochwassergeschädigten Gebäude sowie Neuordnung aufgewendet. Dabei wurde auch der Storchenbrunnen versetzt wieder errichtet. Problematisch waren die Hochwasserschutzmaßnahmen der Kita Storchenbrunnen, so dass hier eine eigene Verwallung errichtet werden musste. Im Bereich August-Bebel-Straße sollen bis spätestens 2021 alle Hochwasserschutzvorhaben abgeschlossen sein, so dass Freital bei dem nächsten Hochwasser gesichert ist.



Fast alle Gebäude an der Dresdner Straße gegenüber dem Kulturhaus stehen unter Denkmalschutz. Interessant ist ebenfalls die Fassade des Kulturhauses Richtung DRK, mit seinem Wiener Appell.
1763 stand an dieser Stelle der Gasthof „Zur rothen Schänke“, welcher 1911/12 abgerissen wurde. Der Besitzer der Potschappler Porzellanmanufaktur baute diesen als "Döhlener Hof" wieder auf, nun als Restaurant mit großem Saal für Veranstaltungen. Im Dezember 1930 eröffneten hier die „Zentrum-Lichtspiele“, Freitals 2. größtes Kino mit über 600 Sitzplätzen. Den Krieg einigermaßen überstehend, brannte es 1947 komplett ab und erst 1951 wurde der Grundstein gelegt, den „Döhler Hof“ als kommunales Kulturhaus wieder zu errichten. Viele Sanierungsmaßnahmen kamen dem Haus seitdem zu Gute, neben verbessertem Brandschutz, Lüftungsanlagen wurden auch die Schäden durch das Hochwasser 2002 beseitigt. Mit über 100 eigenen Veranstaltungen für jedes Alter und jeden Geschmack sieht sich das Kulturhaus nicht als Konkurrenz zu Dresden, sondern versucht Nischen zu besetzen und durch eigene Individualität Besucher von nah und fern zu begeistern. Das ganze vielfältige Programm zu dem Frau Schminder einlud findet sich unter: https://www.kulturhaus-freital.de/

Besonders zu erwähnen ist das Kindermusical "November im Blues", einem gemeinsamen Projekt der Elbland Philharmonie Sachsen und dem Soziokulturellem Zentrum Freital - noch gibt es Tickets für die Veranstaltung am 28.September!